13.09.15 - THW-Landesjugendwettkampf MV 2015

Im Jahr 2011 nahm die THW-Jugendgruppe aus Pasewalk den obersten Podestplatz ein. Auch 2013 konnte sich die Pasewalker Jugendgruppe durchsetzen. Wer würde wohl in diesem Jahr den Wanderpokal mit nach Hause nehmen?

In den letzten Monaten bereiteten sich die jungen THW-Helfer aus Mecklenburg-Vorpommern auf den Landesjugendwettkampf vor - von A wie "Ausleuchten einer Einsatzstelle" bis Z wie "Zusammensetzen einer Steckleiter" - alles könnte relevant sein...

Am 12.09.2015 war es dann endlich soweit. 12 Jugendgruppen hatten sich angemeldet, um an diesem Tag ihr Können unter Beweis zu stellen.

Und weil wir uns der Öffentlichkeit zeigen wollten, fand der diesjährige THW-Landesjugendwettkampf auf dem Alten Markt in Stralsund statt, wo Zuschauer und Gäste den Teilnehmern und Schiedsrichtern über die Schultern schauen konnten.

Schon die erste Station hatte es in sich.

Laute Schreie einer Passantin hallten über den Marktplatz. Sie kniete neben einem gestürzten Radfahrer mit einer blutenden Kopfverletzung.

Die Kameraden des ASB Nordost, die diese Station betreuten, achteten auf jedes Detail. Wie wird der Verletzte betreut und mit welchem Verbandsmaterial versorgt? Kümmert sich jemand um die aufgebrachte Passantin und wie geht man mit Gaffern um?

Nicht zu vergessen: hat eigentlich jemand den Notruf abgesetzt und wie sieht es mit dem Eigenschutz (Handschuhe etc.) aus?

Weiter ging es an Station 2 - Bau und Aufstellen eines Dreibocks mit Rundschlinge oder Seilstropp und Klappkloben. Dafür hatten die Jugendlichen 20 Minuten Zeit und das war ganz schön knapp. Neben dem Aufbau musste auch erläutert werden, wozu man einen Dreibock überhaupt braucht. Auch hier wurde penibelst darauf geachtet, dass jeder die Unfallverhütungsvorschriften kennt und Helm und Handschuhe trägt.

Für die Stationen 3, 4 und 5 hatten die Gruppen jeweils 15 Minuten Zeit.

Station 3 befasste sich mit dem Ausleuchten einer Einsatzstelle. Dazu musste ein Stativ mit einem Flutlichtstrahler aufgestellt und gesichert werden.

An Station 4 sollten die Mädchen und Jungen Fragen aus dem Allgemeinwissen und rund um das THW beantworten. Außerdem wollten die Schiedsrichter sehen, ob sie die Knotenkunde (Stiche und Bunde) beherrschen.

300m² des Marktplatzes nahm die Station 5 ein.

Hier musste eine Tauchpumpe in Betrieb genommen und Wasser aus Behälter A in Behälter B gepumpt werden. Damit die Schläuche knickfrei ausgelegt und zusammengeschraubt werden konnten, benötigte man eine Menge Platz.

20 Minuten gaben die Schiedsrichter Zeit, um Station 6 zu meistern.

Mittels zweier Hebekissen sollte ein auf einem Holzbrett stehender, mit Wasser gefüllter Maurertuppen angehoben werden. Hier war wie an den anderen Stationen auch, Teamgeist gefragt. Einer bediente das Schaltpult, mit welchem die zwei Hebekissen einzeln betätigt werden, zwei sicherten das Ganze mit Hölzern und einer gab Kommandos.

Der Umgang mit Hebewerkzeugen spielt auch später, im aktiven THW- Dienst eine große Rolle. So wird diese Methode zum Beispiel angewandt, um bei eingestürzten Gebäuden Trümmer zu bewegen, um Verletzte retten zu können.

Station 7 sorgte für etwas Ablenkung und auch für eine Menge Spaß bei den Teilnehmern. Mit einem Plastikbecher in der Hand, der bis zum Rand mit Wasser gefüllt war, sollte ein Hindernisparcours überwunden werden.

Um das ganze etwas spannender zu machen, musste sich der- oder diejenige mit dem Becher in der Hand in eine Schubkarre oder auf eine Sackkarre setzen und wurde über den Parcours geschoben. Nicht dass es schon wackelig genug war, kam erschwerend hinzu, dass der Alte Markt mit Kopfsteinpflaster versehen ist.

?Lehn mal die Leiter an und steig nach oben? - das sagt sich so leicht und doch passieren genau hierbei immer wieder Unfälle.

Und ob der THW-Nachwuchs den Umgang mit Leitern beherrscht und diese auch richtig gegen Umfallen sichert, wurde an Station 8 geprüft.

Neben dem Geschick und dem fachlichen Wissen achteten die Schiedsrichter auch darauf, wie die Junghelfer innerhalb ihres Wettkampfteams miteinander umgingen und kommunizierten. Ein freundliches und kameradschaftliches Miteinander, gegenseitiger Respekt und Fairness waren ebenso Bestandteil der Punktevergabe.

Am Morgen dieses Samstags, als 10 erwachsene Stralsunder THW´ler und die Organisatoren die Stationen aufbauten und vorbereiteten, war es noch sehr verregnet. Aber pünktlich zur Eröffnung um 10 Uhr verschwanden die Regenwolken. Um 16:15 Uhr war die letzte Stationsprüfung abgelegt und das auszählen der Punkte begann, die Urkunden wurden geschrieben und der Pokal und die Medaillen bereit gelegt.

Unter blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein wurden die Platzierungen bekannt gegeben:

Den 11. Platz belegte das Gemeinschaftsteam der Ortsjugenden Barth und Wolgast mit 142 Punkten. Mit nur einem Punkt mehr belegten die Stralsunder Platz 10. Den 9. Platz mit 147 Pkt. belegten die Schweriner Jung-THW´ler, gefolgt

von den Gadebuschern auf Platz 8 mit 148 Pkt.

Die Siegergruppe aus den vergangenen Wettkämpfen ? Pasewalk ? belegte in diesem Jahr mit 150 Punkten Platz 7. Damit hatten viele nicht gerechnet und ein Raunen ging durch die Menge. Nun wurde es spannend.

Die Ortsjugend aus Waren/Müritz mit nur einem Punkt mehr belegte Platz 6 und die Rostocker mit 153 Punkten Platz 5. Den undankbaren 4. Platz belegten die Mädchen und Jungen aus Güstrow mit 154 Punkten.

Platz 3 (156 Pkt.) und einen Gutschein im Wert von 100 Euro nahmen die Wismarer mit nach Hause. Platz 2 und einen Gutschein im Wert von 200 Euro packte die Ortsjugend aus Bad Doberan in ihr Gepäck.

Die jungen THW´ler von der Insel Rügen ? aus dem Ortsverband Bergen ? nahmen begeistert und voller Stolz den Wanderpokal und einen Gutschein im Wert von 300 Euro entgegen.

Diese Gruppe hat nun die Aufgabe, 2016 beim THW-Bundesjugendwettkampf für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern anzutreten. Bergens Jugendbetreuer René Bondör ist 31 Jahre alt, hat vor 20 Jahren als Junghelfer im THW begonnen und ist stolz auf seine heutige Jugendgruppe. Unterstützt wird er von Janik Frenzel, der im Jahr 2008 dem THW Bergen beigetreten ist. Beide blicken optimistisch auf den Bundeswettkampf im kommenden Jahr.

Auch Marcel Quaas, Leiter der THW-Jugend Mecklenburg-Vorpommern e.V. und sein Referent für Ausbildung, Wettkampf und Lager Bodo Päpke blicken mit Stolz auf den THW-Nachwuchs in MV

Gemeinsam mit einem Team von Stralsunder THW´lern haben beide in den letzten Monaten viel Zeit damit verbracht, diesen Wettkampf vorzubereiten und zu planen.

Beide bedanken sich bei der THW-Logistikgruppe Schwerin für die Verpflegung, bei den Schiedsrichtern, die aus ganz MV anreisten und dem bereits genannten ASB unter Leitung von Gero Grabowski für die Besetzung der Station 1 und der Sanitätsabsicherung dieser Veranstaltung. Ebenso bedanken sie sich bei Bernd Möller von ?die spassmacher? für die Moderation und nicht zuletzt bei der Hansestadt Stralsund für die Genehmigung, an diesem Tag den Alten Markt mit ?blauer Farbe? zu versehen.

Wer sich ehrenamtlich im Technischen Hilfswerk (THW) engagiert, sollte kein Eigenbrödler sein, sondern Teamgeist mitbringen. Anderen mit Know-How, technischem Verständnis und Geräten helfen ? das ist die Aufgabe eines jeden THW´lers.

Da darf die Jugendarbeit nicht zu kurz kommen, denn die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 6 und 17 Jahren sind die THW-Helfer der Zukunft.

Wer mehr über die THW-Jugendgruppen in Mecklenburg-Vorpommern erfahren möchte, erhält auf der Internetseite www.thw-jugend-mv.de weitere Infos. Bist Du interessiert, dann melde dich einfach bei der Jugendgruppe in deiner Nähe schnupper mal rein!

Sollten Sie über 18 Jahre alt sein - im THW suchen wir auch erwachsene Interessierte. Welche Aufgaben und Positionen in den einzelnen Ortsverbänden vielleicht genau auf Sie warten, erfahren Sie direkt dort.